Phoenix-Kapitaldienst: Aufgeschoben oder aufgehoben?

16.12.2008 | portfolio international

Unter vorstehenden Überschriften berichtet portfolio international, dass ungeachtet der Ankündigung des Bundesfinanzministeriums, 128 Millionen Euro an die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) überwiesen werden. Anlegerschützer und Vermögensverwalter bleiben skeptisch über den Ausgang des Phoenix-Skandals. Der Kommentar des Frankfurter Anlegeranwalts Klaus Nieding, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hierzu: „Ich vernehme die Worte, allein es fehlt der Glaube mir.“ Man müsse abwarten ob am Ende für die betroffenen Anleger mehr herauskomme als bloße Lippenbekenntnisse, denn, so Nieding, der nach eigenen Angaben mit dem Anwalt Andreas Tilp in der Initiative „PIA Protect Invest Alliance“ über 3.500 Phoenix-Geschädigte vertritt, haben wir ja auch 2007 bereits eine Bundesbürgerschaft im Raume stehen gehabt, die dann kurz vor Weihnachten wieder zurückgezogen wurde.“ Nieding sieht die Ankündigung des Finanzministeriums, den Kredit der EdW bereitzustellen allerdings als Erfolg der von Tilp und ihm Anfang 2008 eingerichteten Staatshaftungsklage sowie das eingeleitete EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik wegen fehlerhafter Umsetzung der EU-Anlegerschutzrichtlinien.