BaFin stellt Entschädigungsfall für die Lehman Brothers Bankhaus AG fest
29.10.2008 | Finanzwelt online
Keine Auswirkungen für Inhaber von Lehman-Zertifikaten !
Unter vorstehender Überschrift berichtet die Finanzwelt online, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am Dienstag offiziell den Entschädigungsfall bei der Lehman Brothers Bankhaus AG festgestellt hat. Dies umfasse allerdings nur die Einlagen von Kunden der Lehman Brothers Bankhaus AG, nicht die Zertifikate, die im wesentlichen
von der Lehman Brothers Treasury Co. B.V., Amsterdam/Niederlande, emittiert und der
Lehman Brothers Holdings Inc. garantiert wurden.
Der Frankfurter Anlegeranwalt Klaus Nieding, dessen Kanzlei Nieding + Barth bis dato rund 900 Inhaber von Lehman-Zertifikaten vertritt, aüßerte hierzu:"Die jetzige Feststellung des Entschädigungsfalles seitens der BaFin ändert damit nichts daran,
dass jeder Inhaber von Lehman-Zertifikaten seine Rechtsansprüche selbst durchsetzen muss. Dies betrifft vor allem etwaige Schadenersatzansprüche gegen die jeweilige anlageberatende Bank".
"Aufgrund der laufenden kurzen Verjährungsfristen sollten sich Anleger durch die jetzige Ankündigung der BaFin nicht in falscher Sicherheit wiegen, sondern zeitnah etwaige Ansprüche sorgfältig überprüfen. Die BaFin musste den Entschädigungsfall
für die Kundeneinlagen der deutschen Lehman Brothers Bankhaus AG formell feststellen,
da die im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz festgeschriebene Sechs-
Wochen-Frist nach Verhängung des Moratoriums gegen die Bank abgelaufen ist."
Nieding fordert in diesem Zusammenhang die Bundesregierung erneut dazu auf, genauestens zu überprüfen, ob nicht im Rahmen einer Inanspruchnahme des staatlichen Bankenrettungspaketes die jeweiligen Banken verpflichtet werden, ebenfalls für eine Entschädigung derjenigen Inhaber von Lehman-Zertifikaten zu sorgen, die die Zertifikate auf Vermittlung der betreffenden Bank erworben haben. "Es kann nicht sein, dass der Staat Gelder des Steuerzahlers ausgibt und bestimmte Restriktionen damit verbunden sind wie die Deckelung der Vorstandsgehälter, die vielen tausend Inhaber von Lehman-Zertifikaten aber auf ihrem Schaden sitzen bleiben sollen. Angesichts der Tatsache, dass über 80 % der über 900 Mandanten unseres Hauses im Rentenalter sind, haben die Beteiligten
insofern eine besondere Verpflichtung", so Anlegeranwalt Nieding in Frankfurt am Main.
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