Aktionärsschützer nach Bund-Einstieg bei Commerzbank skeptisch

09.01.2009

Unter vorstehender Überschrift berichtet Reuters, dass Aktionärsschützer nach der Teilverstaatlichung der Commerzbank vor einer zu starken Einmischung des Bundes in das operative Geschäft warnen.

"Der Staat hat sich als schlechter Banker erwiesen", sagte Rechtsanwalt Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Dies habe sich an den Landesbanken und der Krisenbank IKB gezeigt. "Wenn sich die Lage wieder stabilisiert, sollte der Bund daher seine Beteiligung so schnell wie möglich wieder zurückgeben." Nieding sprach von einem marktwirtschaftlichen Sündenfall, dass der Bund mit einer Sperrminorität von gut 25 Prozent bei dem zweitgrößten deutschen Geldhaus eingestiegen sei.

Außerdem wies Nieding darauf hin, dass bei der Commerzbank künftig keine Beschlüsse mehr gegen den Willen der Bundesregierung möglich seien. Dies könne etwa dazu führen, dass der Bund mit aller Macht auf einen Ausbau des Kreditgeschäfts dränge, um die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. "Die Bank verliert ganz klar ihre Unabhängigkeit." Zugleich werde sie aber auch gegen eine feindliche Übernahme durch einen ungeliebten Rivalen geschützt.

Zu dem Thema, dass kurzfristig bei den Aktionären die Erleichterung überwiege, dass die Bank mit der Milliardenhilfe des Staates gerettet worden sei, betonte Nieding: "Damit wird nun hoffentlich das Vertrauen der Investoren in die Bank zurückkehren".