Abgaben
Die Zeche zahlt der Sparer
Von Isabel Gomez
Die Fondsbranche wehrt sich mit Händen und Füßen gegen eine Steuer auf Finanztransaktionen. Aus ihrer Sicht würde diese vor allem langfristige Anleger treffen.
Vor allem der Branchenverband BVI kritisiert die Börsensteuer: Zwar sei es richtig, die Verursacher der Finanzkrise zur Verantwortung zu ziehen – allerdings hätten deutsche Investmentfonds und Anleger keine Schuld an der Krise und sollten demnach nicht besteuert werden. "Die Belastung würde vor allem Unternehmen und Investoren mit Sitz in Deutschland sowie langfristig sparende Bürger treffen, die angesichts der demografischen Entwicklung zur privaten Altersvorsorge angehalten sind", sagte Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI.
Die wenigsten Deutschen kaufen sich Einzelaktien, wodurch sie die Steuerlast selbst bestimmen könnten, indem sie einfach weniger handeln. Bei einer Lebensversicherung oder einem Fonds haben Anleger keinen Einfluss darauf, ob und wie oft innerhalb des Fonds umgeschichtet wird. Je häufiger Wertpapiere gehandelt werden, desto mehr Steuern fallen an.
Die Fondsgesellschaften selbst würden darunter nicht leiden, vermuten Experten. "Die Belastungen durch eine solche Steuer werden selbstverständlich ,nach unten' durchgereicht und die einzelnen Kapitalanlageprodukte entsprechend verteuern", sagte der Sachverständige im Finanzausschuss des Bundestags, Klaus Nieding, jüngst in verschiedenen Interviews. Entweder, weil die Steuern in Form von Gebühren an Anleger weitergereicht werden, oder weil die Steuer direkt verrechnet wird und die Rendite der Produkte sinkt.
Die Branche hofft nun, dass die Politik noch erkennt, dass nicht die Anbieter zahlen, sondern die Anleger: "Eine Transaktionssteuer würden Millionen von Anlegern bezahlen müssen. Wir setzen darauf, dass dieses Argument die Politik davon überzeugt, dass diese Steuer keine gute Idee ist", sagte ein BVI-Sprecher.
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